Donnerstag, 9. Oktober 2008

Sonntag, 28. September 2008

Hypo....

Ich stehe in der Straßenbahn und halte mich an einer gelben Metallstange fest. Mit der gleichen Hand schnaube ich mir seit Tagen regelmäßig den Schnodder aus der Nase. Ich tue das, was ich bei anderen Menschen immer verurteilt habe: Ich gehe krank unter Menschen und gehe damit bewusst das Risiko ein, sie anzustecken. Mit Fremdkörpern, mit Bakterien, mit Schnupfen. Auch ich wurde so angesteckt.

Man kann es nicht verhindern. Bis heute dachte ich es wäre möglich, wenn man sich nur intensiv genug anstrengte. Aber es geht nicht. Man muss Krankheiten als etwas akzeptieren, das einfach passiert; als etwas, über das man hinwegkommt. Krankheit ist etwas Menschliches, genauso wie Zweifel und Angst. Man muss versuchen sich stark zu machen gegen diese Erfahrungen, dann übersteht man sie auch besser und schneller.

So gesehen kann man Erkältungskrankheiten auch als ungeplanten Urlaub betrachten, in dem man sich mal ausgiebig mit seinem Körper auseinandersetzen kann. Auch mal schön.

Mittwoch, 23. April 2008

Männer können das


Es gibt doch tatsächlich Männer, die sind der Meinung, dass man mehrere Frauen gleichzeitig lieben kann. Mormonen zum Beispiel. Oder Fritzhörer, die dann auch da anrufen und ihre Meinung dort ausbreiten. Ist erlaubt, klar. Ich persönlich find es allerdings erschütternd, wenn man so von dieser Theorie überzeugt ist, dass man sie mit einem Bild unterstreicht, das ungefähr so geht: Ein Mann kommt von der Arbeit nach Hause und findet drei Türen vor, die zu jeweils einer Wohnung führen, in der – es lässt sich leicht erraten – jeweils eine Frau lebt. Frauen verstehen einfach nicht, so die Behauptung, dass Männer zu jeder der drei Frau gehen könnten und jede einzelne für sich abgöttisch lieben könnten.

Jetzt zur Praxis: Hammer uffn Kopp! Natürlich können wir Männer alle Frauen lieben! Wir sehen ein Werbeplakat auf der Straße, dass uns den weiblichen Körper wie ein Stück saftiges Fleisch in Spitzenunterwäsche präsentiert und wir würden es gern essen, weil bestimmte Männer es lieben Fleisch zu essen – bestimmte Frauen übrigens auch. Wenn so ein Stück Fleisch aber Ansprüche stellen könnte, sagen wir mein Hamburger möchte an einem Tag sehr langsam gegessen werden und an einem anderen wieder schnell oder ist einfach mal nicht gut durch und möchte gar nicht gegessen werden, dann hätte ich natürlich schon gern die Wahl zwischen verschiedenen Burgern. Aber zurück zum Punkt, Fleisch hat keine Ansprüche und Frauen sind keine Burger.

Bestimmte Männer sind einfach nur faul. Wenn eine Beziehung nicht gut läuft dann wäre es das einfachste zur nächsten Tür zu gehen und sich an den gedeckten Tisch zu setzen, so ist’s recht. Faule Schweine wir!

Bestimmte Frauen arbeiten lieber an einer Beziehung, als dass sie die Wohnung wechseln. Natürlich könnten sie es sich auch einfach machen, aber bei ihnen steht die Möglichkeit des gedeckten Tisches meist gar nicht zur Debatte. Da haben wir sie, die Paschas und sie haben ordentliche Telefonanschlüsse, mit denen sie im Radio anrufen können. Passt bloß auf, dass euch die drei Frauen nicht überfordern, die lieben nämlich mehrere Kaufhäuser nebeneinander und da wollen sie auch hingefahren werden. So sind se die Frauen! Alle!

P.S.: Die Fleischmetaphorik is für den Fall, dass man bei Blogger nich kopulieren, verkehren, miteinander schlafen, pimpern, höckern, bumsen, ficken, vögeln oder rummachen schreiben darf (für eventuelle Erweiterungen der Liste bin ich dankbar ;-)



Mittwoch, 9. April 2008

Ein stetiger Wind. Meine Nase ist verstopft. Menschen kommen mir wachsam vor hier. Besser, aufmerksam. Man kennt sich auf dem Lande. Menschen sind hier das einzig Interessante.

„Vorsicht schnelle Vorbeifahrten! Treten Sie hinter das Sicherheitsgeländer!“ lese ich, als ich im Zug an einem Bahnsteig vorbeirase weiter hinaus aufs brandenburgische Land.

Hier draußen könnte eine Frau am Fenster stehen und so etwas flüstern wie: „Der Tag kommt mir schon vor wie eine halbe Ewigkeit.“, während sie zusieht, wie das Auto ihres Mannes ausparkt und hinter einer Häuserecke verschwindet.

Nach mehreren Stunden verstopfter Nase möchte ich wieder nach Berlin, meinen Zeitrhythmus zurück.

Abends fangen die Windräder an zu blinken. Zwei rote Augen auf einem propellergekrönten Haupt. Roboter, die mit ihrem gleichmäßigen Blinzeln die ländliche Nacht beobachten.

Als die Menschen den Zug herannahen sehen treten sie hinter das Sicherheitsgeländer und lassen ihn kurz an sich vorbeirauschen.