Mittwoch, 12. März 2008

Kunst

kleiner Ausrutscher

ab jetzt heißt es 4 Tage 5 Nächte - Nase wird wieder in Bücher gesteckt...

Ein Stück Wahrheit bitte. Nein, nicht das, das andere dort neben dem Käse.



Heute morgen wurde mir glaubhaft der Untergang Amerikas durch innenpolitische Probleme und außenpolitische Konflikte basierend auf Wirtschaftsinteressen amerikanischer und globalisierter Großkonzerne in einem kleinen Dokumentarfilm im Internet vermittelt Ein schriftlicher Artikel dagegen will mir erzählen, dass Michael Moores erstem Film schlecht recherchiert und teilweise falsch und propagandistisch ist. 9/11 war ein innenpolitischer Schachzug der Bushregierung, das beweist ja auch seine Reaktion im Kindergarten und verschollene Flugzeuge schwimmen sowieso alle im Bermudadreieck herum. Wem kann man noch glauben? Welchem Medium trauen? Wie kann man guten von schlechtem Journalismus unterscheiden? Werden Nachrichten gekauft? Können Verschwörungstheorien überhaupt wahr sein oder sind sie nur Produkt der Unwissenden, die sich auf ein wahrheitslabiles Medium namens Internet berufen, in dem sich nur andere Unwissende gedanklich ausbreiten?

Auch in diesem Artikel stecken mehr Fragen als Fakten und Antworten, denn selbst der Aufhänger ist ausgedacht, aus Versatzstücken meines Allgemeinwissens zusammengesetzt ohne genau recherchiert zu haben. Dafür ersteinmal eine Entschuldigung, dient aber dem Zweck. Denn nicht nur der Umgang mit der Unsicherheit über den Wahrheitsgehalt von Informationen muss neu diskutiert werden, sondern auch der Wert der Wahrheit an sich. Macht es einen Unterschied ob ich heute morgen einen Dokumentarfilm über Amerika gesehen habe oder nicht, wenn es nur als Aufhänger für die Geschichte dienen sollte und mein Privatleben wohl kaum jemanden interessiert, genauso wenig, wie mich die Privatleben der meisten anderen Menschen interessieren? Wie wichtig sind wahre Aussagen? Ist die Relevanz von Wahrheit gebunden an die Funktion der Information? Oder vielleicht an den Ort, an dem sie ausgesprochen wird? An der Wahrscheinlichkeit ihrer Überprüfbarkeit?

Was leider mal wieder bleibt ist Skeptizismus – die Pessimisten und Nihilisten bitte einen Schritt zurück – das Ganze ruft zu mehr Selbstverantwortung auf, zum mündigen Bürger. Nicht jeder hat dafür die Zeit, nicht jeder die Muße, aber des Themas bewusst sein sollte man sich.

Samstag, 1. März 2008

14 Tage, 14 Nächte

Meine Zwischenprüfung steht an, in zwei Wochen ist es soweit. Solange werde ich mich mit kaum etwas Anderem beschäftigen als Texte lesen, Bücher hin und her schleppen und Gedanken machen.

Aus diesem Grund hier eine kleine Pause.

Irgendwann geht dem Mofa hier unten auch der Sprit aus, dann muss ich eh wieder ran.
bis dann :-)

Mittwoch, 20. Februar 2008

Samstag, 16. Februar 2008

Die Stars

ddp/ marcus brandt

Was machen so Stars wie Natalie Portman und Scarlett Johansson, wenn sie wegen der Berlinale nach Berlin kommen? Anreise, Unterkunft im Hotel in berlinalezentraler Lage, Natalie schaut sich nach Aussagen der Berliner Zeitung im Hamburger Bahnhof moderne Kunst an und Scarlett geht bei Leopolds essen. Und dann kommt die Premiere. Kleider angezogen, ab ins schwarzlackierte Auto und ab die 100 Meter zum roten Teppich. Ausgestiegen, Geschrei von Fans und Fotografen, Presseagenten schieben einen zu den ersten Reportern, Blitzlicht von allen Seiten, Geschrei der Fans wird lauter, das der Fotografen auch, Blitzlichtgewitter, jetzt kommen die Fans an die Reihe, Scarlett läuft zum dichtbesiedelten Zaun, Menschen rangeln sich in ihre Richtung, der Bodyguard ist aufmerksam, der Zaun hält, Autogramme werden gegeben, Digitalkameras blitzen sich die Batterien leer, langsam arbeitet sich Scarlett voran, geht weiter, Fans, Fans, (da bin ich) Fans, ein Auto, drum herum, zwei, drei Autogramme, zurück zum von oben beheizten roten Teppich. Natalie gibt während der ganzen Zeit fleißig Interviews und arbeitet die Reporter ab. Arbeitsteilung.

Die Fans

Zivilisation hin oder her, am roten Teppich herrscht das Gesetz des Ersten. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Wer 1meter60 groß ist und in der zweiten Reihe hinter einem der 1meter80 groß ist steht, findet sich damit ab; nächstes Mal ist es andersherum. Jeder Fan für sich. 1meter60 stand neben mir, sie ist so etwas wie eine kleine Autogrammjägerin. Bei den letzten drei Besuchen von Natalie Portman war sie auch schon da gewesen, konnte diesmal leider aber erst später kommen, wegen ihrer Ausbildung. Stift und Zettel hielt sie die ganzen 3 Grad Celsius kalten 100 Minuten bereit, die wir auf die Stars warteten. Vor uns stand 1meter80. Hab ihn gefragt, ob er meine "kleine Schwester" 1meter60 vorlässt aber keine Chance. Verstand ich erst später, warum. Drei Kreuzberger Mädels standen hinter uns, eine von ihnen mit einem beeindrucken Schreiorgan, meiner Meinung nach verhalf sie unserem Fanblock zu Staraufmerksamkeit und da kein anderer mitbrüllen wollte, als Portman und Johansson aus dem Wagen stiegen, machte ich mit. Jeder Fan für sich, vielleicht, aber nur wenn alle mitmachen, ist es auch den Stars wichtig. Das wusste ich schon vorher.

Gedränge, Geschubse, Gerangel. Das machte die Minute Scarlett sehr viel aufregender. Dann war es auch schon wieder vorbei. Ein paar Erwartungen der Fans hatten sich erfüllt, andere nicht. Natalie kam nicht bei uns vorbei. Wir blickten noch 10 Minuten auf die Videoleinwand – ein Kameramann zoomte von oben aus Scarletts Ausschnitt raus, viele Fans hatten nichts dagegen. Die Kreuzbergerin brüllte noch ein paar mal nach Natalie und dann war es vorbei. Die Reihen lichteten sich, Leute suchten das Warme. Die Kreuzbergerin gab später noch ein Interview und 1meter60 machte sich auf die Suche nach ihren Freunden. Ich ging, wärmte mich bei MacDonalds mit meinem mitgebrachten gezuckerten Earl-Grey-Tee auf und beobachtete noch ne Stunde die Leute. Es war ein kalter aber persönlicher Abend, mit vielen Menschen, ein paar Stars und einem BigRösti, und abgesehen davon, dass meine Freundin wegen der Aktion sauer auf mich war, war alles toll.