Donnerstag, 4. März 2010

Playlist

Und noch ein neuer Musiktipp:

"Meet me halfway" von den Black Eyed Peas, das spielen wir oft, da kommt Partystimmung auf! :-)

Ansonsten läuft ne Menge TingTings und The Gossip, Yeah!

Rundmail

Hey Leute,

diesmal ein Blogeintrag als Mail an alle um etwas Zeit zu sparen, ihr wisst ja, dass ich ein bisschen faul bin ;-)

Was den Sturm angeht haben wir das hier in Amiens alle gut überstanden, der hat glaub ich erst später so richtig an Kraft zugelegt, extra für Deutschland ;-)
Nein, ich hab hier nich die Lokalnachrichten verfolgt, immer nur den Wetterfilm auf soner Internetseite, aber hier war es wirklich nich so schlimm wie anderswo.

Jetzt am Wochenende kommt mich ja Franzi besuchen, also wenn ihr mir was zukommen lassen wollt, Kekspackungen, Bücher, Fotos, Briefe, eine Katze, meine Nichte oder was auch immer, einfach Franzi in die Hand drücken, sie bringt's dann zu mir...

Im Universitätsbetrieb versuch ich mich immer noch mit meinem Wörterbuch durch den Unterricht zu boxen und bin immer noch eingeschüchtert, wenn ich mich mit echten Franzosen unterhalte, was genau deswegen nich oft passiert, ansonsten hab ich aber nicht mehr das Gefühl hier nicht wirklich reinzupassen, wie ganz am Anfang.

Hab jetz auch ein Fahrrad, ich muss mir aber noch einen Namen überlegen. Amiens is ne tolle Stadt, muss ich schon sagen, deutsche Kleinstädte kotzen mich ja eher an, weil se langweilig sind, aber hier stehn soviele besondere Sachen in der Innenstadt rum, nicht zuletzt natürlich die Kathedrale, die alles ein bisschen besonderer machen. Nicht zu vergessen natürlich das Nachtleben, das sich zwar auf einige wenige Bars beschränkt, die wir meistens besuchen und vier Clubs, von denen ich erst zwei von innen gesehn hab, aber das macht schon Spaß. In der einen Nacht haben wir vor einem der Clubs gewartet und da hat sich ne Partyschnalle total übergeben. Einer, der hier schon länger ist meinte dann, dass das JEDESmal so sei...naja, hier muss sich wohl jeder mit dem Thema Alkohol auseinandersetzen, da nehm ich mich nich aus ;-)

Dennoch, ich mag die Stadt mittlerweile sehr, was es mir leichter macht Berlin nicht zu sehr zu vermissen.
Männer, die auf der Straße leben gehören aber auch hier zum alltäglichen Stadtbild, nachts findet man sie dann ab und zu in den Automatenräumen der Sparkassen. Ich versuch öfter mal was locker zu machen - es ist immer wieder erschütternd, das Menschen in Situationen leben, in denen sie einen umarmen, weil man ihnen zwei Euro gibt und ihnen sagt, dass man es nicht gut findet, dass sie auf der Straße leben müssen. Soziale Kälte existiert also auch in Frankreich. Hätt ich mir eigentlich denken können, dennoch hab ich soviel Spaß hier, dass mich das nicht zu sehr runterzieht. Ich hab ja auch nicht wirklich das Gefühl, dass ich zu dieser Gesellschaft gehöre, was es leichter macht, sie von außen zu beobachten, das gefällt mir sehr. Mittlerweile dürften mich aber auch schon viele Menschen hier aus ihrem Alltag kennen, die Schlabberohrenmütze, die ich trage, sorgt immer wieder für Aufsehen - naja, bin ja auch ne kleine Rampensau ;-)

Soweit erstmal Neues von mir, Liebe Grüße nach Berlin!

Mittwoch, 17. Februar 2010

Musiktipp

Diesmal nur einer aber ein guter:

PJ Harvey und Nick Cave mit dem Lied "Henry Lee", sehr wichtig dafür ist das youtube-Video, sehr intensives Erlebnis. Nick Cave war mir bis jetzt kaum ein Begriff, deswegen bin ich froh, das mein Horizont hier dahingehend erweitert wurde. Ein anderes Lied von seinem damaligen Album war das mit Kylie Minogue zusammen, bei dem sie im Wasser als Leiche liegt usw.

Viel Spaß: http://www.youtube.com/watch?v=-04wkIk84B8

Voila, les vacances...

...und ich bin krank geworden, so ist es doch immer - und so hatte ich die Möglichkeit mal durchzuatmen. Viele nutzen die erste freie Zeit und sehen sich gleichmal in der Region um, sie haben Amiens verlassen, für viele die schon länger hier sind, fast ein Muss, sie kennen die Stadt zu gut, für sie gibt es hier nichts mehr zu holen. Ich bin erstmal hiergeblieben und versuche ein wenig Ruhe zu finden. Nach mehreren Tagen fast vollständiger Bettruhe und Isolation kann ich es aber kaum noch aushalten und war sehr froh über die Abwechslung in der Gemeinschaftsküche also "dans la cuisine", mit einem bizarr-netten Franzosen von unserer Etage hier und Miro, einem Freund von mir, beim Essen eine Flasche Wein zu öffnen und über Landwirtschaft zu quatschen. Miro ist Soziologe wie ich, das merkt man an seinen Fragen, ich war beschäftigt mich per SMS mit den Ausgeflogenen kurzzuschließen.

Man trifft hier viele verschiedenen Leute im Wohnheim und in den Bars, man kennt die anderen Erasmus-Studenten und versucht Anschluss zu finden, wenn man noch keinen gefunden hat, was bei einigen der Fall ist und die haben's jetzt schwerer. Ich hab endlich meinen hiesigen Wohngeldantrag ausgefüllt, das heißt hier CAF und versuche jetzt noch ein paar Kuriositäten des Alltagslebens zu präsentieren. Unter anderem den Fakt, dass es auf öffentlichen Toilletten hier meist keine Klobrillen gibt, aber in der Universität immer den Hinweis an der Tür, man solle doch die bitte die Bürste benutzen, wenn es nötig sein sollte, gezeichnet, das Toilettenputzteam, irgendwie so. Als ich beim Empfang des Präsidenten in der letzten Woche die Toilette besucht hab, klang der Zettel dort schon sehr viel höflicher, ist ja aber auch ein repräsentativeres Gebäude gewesen. Dennoch scheint es fast überall Probleme mit den Wasserhähnen und dem Wasserdruck zu geben, alles automatisch natürlich mit Lichtschranke, aber ich stell mich nicht mehr zu nah an die Waschbecken ran, seit mich mal ein Elefantenstrahl fast eingenässt hätte.

Weiterhin verwirrend in diesem kulturellen Potpourri hier ist die Vielfalt an verschiedenen Begrüßungen, die von Wangenküssen zu Umarmungen, sehr unterschiedlichen Handshakes und einem bloßen "salut" reichen. Da kann es schon zu Komplikationen kommen. Dennoch, wenn man schon französisch Wangen küsst, dann immer zuerst links - merken bitte!

Die Universität feiert seit einem halben Jahr ihr vierzigjähriges Bestehen. Ich habe lange Zeit nicht drüber nachgedacht, bis es in einem Kurs zur Sprache kam. Wenn man so zurückrechnet landet man da beim Gründungsjahr 1969, klingelt da was? Genau, Kulturrevolution, besonders in Frankreich! Nicht ohne Grund befindet sich aber die Universität von Amiens nicht in Amiens sondern außerhalb, weil viele Städte schlechte Erfahrungen mit Studentenprotesten in den Innenstädten gemacht haben, viel Randale und Demonstrationen, wer will das schon? Um es zu verhindern, kam es dazu, dass Universitäten am Rande der Städte gebaut wurden, so konnte die Innenstadt bei bedarf rechtzeitig abgeriegelt werden. Die Situation soll sich aber bald ändern, es gibt Pläne viele Standorte wieder weiter in den Stadtkern zu verlagern, wahrscheinlich hat keiner mehr Angst vor Studentenprotesten, darüber sollte man mal nachdenken ;-)

Was das Essen angeht, war ich vor kurzem ein bisschen skeptisch, als ich im Unirestaurant vor einem Steak saß, das höchstens halb durch war. Ich hätte fast gefragt, ob der Koch das nochmal auf den Grill schmeißen könnte, dann entschloss ich mich aber es als französisch durchgehen zu lassen und den Braten einfach zu schlucken. Aber was die Franzosen hier mit den Fritten machen, is ne komische Sache, hier werden aufgeschnittene Baguettes serviert, in die die Pommes reinstaffiert werden - Pommes im Baguette...Ich versteh das nich. Les Francais!

Gut, ich glaub das reicht mal wieder, das sind die neuesten Eindrücke, ich versuche weiterhin die Sprache zu lernen und schicke ein Ichvermisseuch nach Berlin :-)

Dienstag, 16. Februar 2010

Mein erstes französisches Gedicht...

...da müsst ihr jetzt durch ;-)

À la tombé de la nuit
tombe un chevalier avec un parachute
il glisse, il trébuche,
les arbres il touche.
Il reste accroché
au-dessus du sol d'une forêt,
il voit des lapins
et ouvre son vin.
Le vent, il chuchote
mais le chevalier ne parle que le Maroc.
Avec un couteau,
voila la libération,
le sol du forêt,
la dernière station.

Dienstag, 2. Februar 2010

"Eco+" und "Ego+"

Alle Erasmusstudenten kennen "Eco+" hab ich mir sagen lassen, nachdem ich meine leckeren "Eco+"-Halb-Keks-halb-Schokoladen-Kekse zum Kochen mitgebracht hatte. Und an dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich mal wieder ein bisschen naiv war, weil ich doch tatsächlich dachte, dass diese Kekse hochwertig hergestellt wurde und auf irgendeine Art und Weise gesund sind UND zusätzlich dazu noch nur knapp 40Cent kosten...ich wurde eines Besseren belehrt, denn "Eco" heißt hier nicht "écologique" sondern "économique". Seitdem, und weil ich viel zu viele von denen esse, kaufe ich sie nicht mehr, oder jedenfalls keine drei Packungen mehr auf einmal.

Ich wollte mich vor kurzem mit einer Freundin über das Bedürfnis nach Selbstbestätigung und Selbstvertrauen unterhalten, aber in meinem kleinen Französisch-Wörterbuch habe ich keine richtige Übersetzung gefunden, soll heißen keine Übersetzung eines zusammengesetzten oder einzelnen Wortes. Im Englischen heißt das "self-affirmation" oder "ego-boost", ganz einfach. Dennoch kommen mir die Franzosen hier oft sehr so vor, als wenn sie mit ihrer niedrigen Kommunikationshemmschwelle schnell Selbstbestätigung erreichen wollen. Meine kleine Theorie daraus: Das Streben nach Selbstbestägigung wird im Französischen Sprachraum als etwas Positives, oder wenigstens nicht als etwas Negatives gesehen, es passiert unreflektiert, es kann nicht kritisiert werden, weil es dafür keine klar definierten einfachen Worte gibt. Wie in Orwells "1984", wo die Regierung versucht hat den Wortschatz ihrer Bürger zu vereinfachen und zu minimieren, um für sie gefährliche Gedanken wie "Rebellion" oder "Revolution" gar nicht erst entstehen oder denkbar werden zu lassen. Aber es ist erstmal nur eine Theorie ;-)

Kleine Info für Jessi: Du würdest es hier hassen, es ist ständig Golmwetter und meine Schuhe sind schon ganz matschig! Ich weiß schon, warum du damals nach Spanien gegangen bist ;-)

Für diejenigen, die sich noch für das Kreuzworträtsel interessieren hier die Auflösung: "Was machen sie...?" Lösung: "beruflich". Gut, bin ich einfach nicht drauf gekommen, is banal. Hier noch eins: "Ich wohne in der Goethe ... 17". Fünf Buchstaben. Dritter is ein L. Lösung: "Allee". Klingt für mich als Stadtmenschen jedenfalls komisch - Goetheallee - in Berlin gibts nur Straßen und Plätze, keine namentlich erwähnten Alleen, das reicht (Karl-Marx-Allee, gut...Mist, merde, putain - ich lern Schimpfwörter ;-).

Hier nochmal ein großen Dankeschön an meine Freundin, dank ihr kann ich jetzt nämlich endlich wieder kochen und jeden Tag Pasta essen!!! Faul wie ich bin hab ich mir natürlich gleich auch Pesto und Bolognese im Glas gekauft, soll ja auch alles schön schnell gehen. Ich hab hier aber auch noch kein Tofu gefunden und auch hier finden Wörterbücher und Internetseiten keine Wörter. Ist das eine Verschwörung der Fleischindustrie? Ich such weiter.

Noch eine kleine Kuriosität: Die Sirenen der Krankenwagen hören sich anders an, als bei uns. Es klingt banal, aber da hier in der Nähe ein Krankenhaus ist, hört man das recht oft (ich dachte erst hier beim Campus passiert immer total viel...), und ich hör jedesmal hin, weil sie wirklich anders klingen.

Soweit, der Tag regnet vor sich hin und ich werd noch Hausaufgaben machen.

Liebe Grüße aus Amiens und ein Ichvermisseuch.

Samstag, 30. Januar 2010

Playlist

Da ich hier mehr Musik höre als zuhause, dacht ich mir, ich lass euch einfach mal an meinem derzeitigen Musikgeschmack teilhaben, viel Spaß beim Hören, und wenn ihr Tipps habt, immer her damit :-)

The Killers mit "When we were young"
Ohne Kommentar...

The Pixies mit "Where is my mind"
Einer der Songs, die in Clubs oder Bars gespielt werden, bei denen ich aber nie weiß, von wem sie sind, hier nun also der Klassiker, auch gecovert von Placebo, es sei jedem selbst überlassen, wer welche Version bevorzugt, aber ich mag die Pixie-Version mehr.

The Killers mit "Human"
Noch einmal die Mörder mit einer philosophischen Frage, aber ich würd mich eher als "dancer" bezeichnen ;-)

und zu guter letzt (schreibt man das so?) noch ein alter song von einer so berühmten Band, dass ich auch da meist nie weiß, dass die songs von ihr sind:
The Who mit "Baba O'Riley"
Und hier auch bitte unbedingt das Video ansehen! "It's only teenage wasteland...YEAHH!" Ust geil!
http://www.youtube.com/watch?v=05mWj_j0bHM&feature=related

"À la tienne!"

"Prost!" Es ist viel passiert seit der letzten Woche, ich war tanzen, in einer Bar, habe die anderen Erasmus-Leute ein bisschen besser kennengelernt und fühl mich dadurch nun ein bisschen heimischer hier (Leider kann ich immer noch keine richtigen Fotos hochladen, aber das werd ich noch nachholen).

Ein großes Erlebnis war die Bibliothek der Uni zu besuchen. Ich war sehr verwirrt, als ich nirgends Schließfächer für Jacken oder Taschen gefunden habe, bis ich herausgefunden habe, dass es soetwas dort nicht gibt, man schleppt einfach alles mit sich rum, und klauen kann man nich, weil es ja die Pieper am Eingang gibt. So einfach ist das. Die Auswahl ist hier nicht sehr groß, aber dadurch wird einem auch die Auswahl leichter gemacht...gut, genug zur Bibliothek. Noch eins, mich haben zwei meiner französischen Kommilitonen angesprochen, aus meinem Deutschkurs, und haben mich dazu gebracht, ihnen bei ihren Deutschhausaufgaben zu helfen. Eigentlich ne sehr einfache Aufgabe, es ging nur um Personalpronomen und ein kleines Kreuzworträtsel, bei dem "Heidelberg" als Lösungswort herauskam. Dennoch hatte auch ich Problem, denn was kommt bitte raus, wenn ein Satz mit "Wie geht es Ihnen...?" anfängt und man ein passendes Wort finden muss, das an die acht Buchstaben hat und mit "B" beginnt...knifflig, ich werd's die Woche über erfahren - ich bin gespannt.

Ein anderes Erlebnis war das Barviertel von Amiens kennenzulernen, bis jetzt leider nur im Dunkeln, aber selbst im Dunkeln erkennt man das exotisch-dörflich-romantische der kleinen Häuschen, die an den Rändern der kleinen Flüsse stehen. Bis jetzt war ich aber nur in einer der berüchtigten Erasmus-Bars, hier das "My Goodness", ein Irish Pub einfach nur. Beim ersten Mal habe ich den dummen Fehler gemacht, eine Flasche mitreinzubringen, worauf ich gleich wieder gehen durfte, da half auch kein Betteln und Rumdiskutieren mit dem patron des établissments. Glücklicherweise waren draußen auch ein paar kommunikative Leute, mit denen ich mich dann unterhalten hab. Eine Stunde später hat mich einer der anderen sogar noch wieder mit reingeschmuggelt, indem wir Mützen und Brille getauscht haben. Gestern abend liefs dann besser. Der Chef hat mir zwar nochmal gesagt, dass er das nicht in Ordnung fand von mir, auch das mit dem Rumdiskutieren, aber ich durfte bleiben. So konnte ich dann auch wie geplant in den Geschmack von "Creamy Gun" kommen einer kleinen französischen Band, die Strokes-,Fratellis-,... und The Gossip gecovert haben! Tolle Sache, endlich mal wieder meine Musik! Aber tanzfaul waren die Leute da, unglaublich, das musste natürlich geändert werden. Ich sollte trotzdem nicht immer meine Winterbotten tragen, die fallen zu sehr auf ;-)

Ansonsten gibt es überall Abschiede, weil viele Studenten bereits im September hier angekommen sind und jetzt nach ihrem Semester wieder abreisen, das ist ein bisschen traurig, weil man sich gerade so kennenlernt, und dann müssen sie wieder weg, aber so wird es uns ja auch bald gehen, also in ein paar Monaten, es ist ein ständiger Wechsel, der schon ein bisschen deprimierend ist, wenn man bedenkt, dass es auch Franzosen aus Amiens gibt, die sich um die Erasmusleute kümmern und diese semesterlangen Freundschaften pflegen um dann wieder neue kennenzulernen und alte zu verabschieden, man merkt manchen Leuten an, dass sie ein bisschen einsam sind.

Ansonsten ist meine Heizung immer noch heiß, obwohl sich jemand drum kümmern wollte. Und am Wochenende ist hier tote Hose, weil alle Franzosen, die hier studieren am Wochenende in die umliegenden Gegenden zurückfahren. Das führt aber Sonntag abend zu einer witzigen Besonderheit, nämlich zu einer regelmäßigen Schlange von jungen Männern und Frauen, die ihre Rollkoffer durch die Fußgängerzone ziehen. Vielleicht schau ich mir das ja morgen wieder an, aber ich habe eigentlich vor, den Sonntag zu einem ruhigen isolierten Lese-und Schreibesonntag zu machen - dafür soll das hier ja auch da sein, um mal ein bisschen Ruhe und Abstand zu bekommen, meine Berliner Freunde lassen mir ja einfach keine Ruhe, ich bin halt zu beliebt, is schrecklich :-P

LG aus Nordfrankreich, und ich schließe mit einem Ichvermisseuch!

Donnerstag, 21. Januar 2010

"Je suis Erasmus. Je suis désolé..."

Hat schonmal jemand von euch versucht, mit einem Löffel ne Stulle mit Butter zu schmieren?
Irgendwie geht's, aber eigentlich ist es umständlich und nervig. Mein erster Tag hier fühlte sich ungefähr so an. Es gab total liebe Menschen, die mir bis jetzt geholfen haben, aber ich stoße permanent an die Grenzen meiner französischen Sprachkompetenzen. Ab und zu kann ich es kaschieren, mit einem kleinen Verglegenheitswitz, aber ich fühl mich total dumm dabei. Ich komm wohl nicht drumherum besser zu werden...

Das fing schon im Flugzeug an. Ich war so nervös, dass ich anstatt ein Wasser, also ein "eau" zu bestellen, nach einem "ö" gefragt habe.

In Paris ist mir dann ein Mädchen mit einem aufgemalten gezwirbelten Schnurrbart aufgefallen, das nur so, schonmal interessant, ein neuer Trend?

Am Gare du nord dann sind Männer in Uniform mit Maschinengewehren rumgelaufen, Polizisten? Soldaten? Sehr erschreckend. Im Zug meinte ein Monsieur, das sei für die "Sicherheit".

In Amiens angekommen haben mich im Bus ständig zwei junge Frauen angesehen und mich schließlich angesprochen, da dachte ich, wow, das geht verdammt schnell hier! "Du bist doch der, der am Bahnhof seinen Pullover verloren hat, oder?", das stimmte, sie hatte ihn mir ja aufgehoben. Die beiden Spanierinnen haben mir dann geholfen zum Wohnheim zu finden und mein Zimmer zu bekommen, sehr nett die beiden. Mittlerweile verstehe ich, warum sich manche Leute in Potsdam aktiv für ERASMUS-Studierende engagieren, die waren bestimmt oft selbst schon im Ausland und haben die Erfahrung gemacht irgendwo total auf sich selbst gestellt sein zu müssen. Und ganz ehrlich, ich war sehr dankbar für die Hilfe, das hätte ich so nicht hinbekommen in dem Sekretariat...

Hier noch ein kleiner Beitrag zum Thema: Wie bin ich witzig in einer Sprache, die ich nicht kann?
Auf der Suche nach einem bestimmten Büro wollte ich mal eine schon erlernte Vokabel benutzen und nochmal nachfragen, ob es im Erdgeschoss sei. Nachdem sie zuende gelacht hatte erklärte sie mir dann, dass "rez-de-chaussure" was mit Schuhen zu tun hat und ich eigentlich "rez-de-chaussée" meinte. Hach, ich bin so unfreiwillig charmant ;-)

Mein Zimmer is immer volle Pulle geheizt, weil ich den Heizkörper nicht abstellen kann, da muss sich mal Sylvie drum kümmern, die Hausmeisterin hier. Sehr aufgeschlossen und kommunikativ, so wie viele Franzosen, soweit ich das mitbekommen habe, hier wird sehr viel kommuniziert.................das hat man jetzt hier nicht gesehen, aber gerade haben meine Nachbarn darüber gerätselt, ob bei mir jemand zuhause ist, da hab ich doch mal glatt aufgemacht und mich ne Stunde mit ihnen unterhalten. Nagut, ich hab eher weniger geredet, aber ich hab's versucht, obwohl ich wahrscheinlich spreche wie ein französischer Achtjähriger. Nicola, Sylvant, Tanja, Binta, Jimmy, ich kann mir gar nicht alle merken - kleiner Flurtalk. Und ich hab herausgefunden, dass es nicht stimmt, was auf der ERASMUS-Seite stand, es gibt hier nicht nur drei Techno-Clubs, sondern alles, was das Herz begehrt! Geile Scheiße. Das war erstmal wichtig.

Ganz kurios hier noch: Unter McDo-Werbung steht, dass man darauf achten sollte, sich viel zu betätigen. Das klingt ja schon fast nach einem Spruch von EG-Gesundheitsministern, also langsam geht's zu weit! ;-)

Jedenfalls machen mich die französischen Tastaturen verrückt! Es gibt keine Ös, keine Äs, das @ muss man suchen, die Punkte und Kommas bekommt man nur über's Großschreiben, das M is woanders, das A auch, ach is ja auch egal, ich brauch Internet zuhause in meinem Kämmerchen.

UND da isses auch schon, ich bin so abhängig geworden. Aber viele Programme funktionieren nicht, z.B. Skype, aber wer will sich schon kostenlos unterhalten und dabei sehen? Ich bekomm nichmal Youporn rein, hier, selbst diesen Spaß erlaubt einem die ansässige Firewall nicht. Ist das der Preis für Cybersicherheit, ich möchte ihn nicht bezahlen...

Das war's erstmal für heute, ich vermiss euch alle!

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Gründe für's / gegen's Politisch-Sein

Die beiden Listen haben für Empörung gesorgt. Was steckt nun eigentlich dahinter? Es sollte ein Versuch sein. Wieviele Gründe fallen mir spontan ein? Natürlich habe ich mit der Contra-Seite angefangen, weil ich mich mit dieser in letzter Zeit desöfteren auseinandersetzen musste – ich selbst kann mich damit ja eher weniger identifizieren. Die waren schnell runtergeschrieben, und sind teilweise den Kommentaren entnommen, die ich so im Alltagsleben aufgeschnappt habe. Die Pro-Seite ist eine Auflistung, die nicht aus Alltagskommentaren zusammengesetzt ist, sondern durch eigenes Nachdenken entstanden ist.

Aufgrund der Erhebung der Punkte ist auch gleich ein erster Unterschied der Listen bemerkbar. Während die Contra-Liste die Argumente sehr kurz und knackig formuliert sind die Argumente der Pro-Seite immer mindestens Zweizeiler, oft mit Nebensätzen. Dies war der Anfang einer formalen Analyse, der ich die beiden Listen vor einiger Zeit schon unterzogen habe. Daraus habe ich dann Schlussfolgerungen gezogen, die mir aber schon nachdem ich sie niedergeschrieben hatte, für etwas sehr wagemutig hielt. Fazit war unter Anderem, dass die Argumente der Contra-Liste eher als Entschuldigungen gelten, dass sie auf egoistische Menschen schließen lassen, die sich nicht für ihre Umwelt interessieren. Man kann aber wohl kaum Äußerungen in Gesprächen über ein in der Öffentlichkeit doch recht sensibles Thema wie Politik vergleichen mit Gedanken, die man sich in konzentrierter Arbeit in vertrauter Umgebung macht, insofern wäre ein solcher Vergleich nicht hilfreich.

Sehr interessant wäre eher, wie die Listen anderer Personen aussehen. Aber wie misst man einen Grad des Politisch-Seins? Was bedeutet es politisch zu sein? Und, umso wichtiger: Was wird als Normalzustand angesehen? Nicht-Politisch-Sein oder Politisch-Sein? Wer ist auf der sicheren Seite? Wer kann besser argumentieren, und geht es überhaupt um Argumente?

Freitag, 11. Dezember 2009

Der Mode-Tarzan präsentiert: Ein mystischer Ausflug in eine Subkultur


Kann Kleidung eine Lebensart wiederspiegeln? Ja, sie kann.
Nach den Beobachtungen des Mode-Tarzans zu den Anziehgewohnheiten und kulturellen Hiintergründen des Alternative-Rock-Poppers wird nun ein sehr düsterer Stil betrachtet, den der Mode-Tarzan als Nicht-Eingeweihter hier grob als "Gothic" benennen wird.

Dabei soll versucht werden, anhand von Mode, Accessoires und Einrichtungsgegenständen - also äußere Darstellungen im Allgemeinen - Einstellungen (auch politischer Art) über diese herzuleiten. Konkret gesagt, hat sich der Mode-Tarzan Kleidungsstücke und Gegenstände in einem Mystica-Geschäft angesehen und versucht herauszufinden, welcher Sinn in ihnen verborgen ist; welche Geschichten sie erzählen.

Was als Erstes auffällt ist das Schwarze, das Düstere, das zusammen mit Totenköpfen, Gebeinen und anderen Symbolen Vergänglichkeit und Tod darstellt. Die Deutungsmöglichkeiten sind vielschichtig. Der Tod unterliegt nicht wie die Lebenden den Regeln der Gesellschaft. Er wird von diesen in seiner Offenbarung der Vergänglichkeit des Lebens gern verdrängt oder arroganterweise vollkommen ignoriert. Schon hier wird damit sichtbar, dass das Einflussgebiet des Mainstream aufhört und das der Subkultur beginnt; hier gelten andere Regeln.

Wenn man sich im Laden weiter umschaut eröffnet sich einem eine Fantasiewelt, bewohnt von Drachen, Rittern, Dämonen, Vampiren, Feen und kleinen obszönen Teddybären aus Keramik. Im Groben und Ganzen ist es eine romantisierte Welt des fantastisch gebrochenen Mittelalters. Es ist eine sichere Welt, die in sich geschlossen ist; dem Mythos gleich; eine allumfassende Welterklärung voller Magie. Umso passender ist es, dass man in dem Laden auch kleine Schlössermodelle findet. Das Schloss oder die Burg sind Orte, die Geschichten beherbergen. Wichtig dabei ist, dass es abgeschlossene Orte sind, von Mauern und Gräben, im Modell ist nach der Mauer Schluss - die Repräsentation beinhaltet alles, was man braucht. Die Burg ist ein Rückzugsort, der jeder Belagerung standhalten soll; sie bietet Schutz und Geborgenheit. "My home is my castle" kann in diesem Sinne auch umgedreht werden.

Weiterhin interessant ist die Darstellung von Frauen und Männern. Erstere in kleinen Skulpturen immer sehr erotisch dargestellt, oft halbnackt, meist erhaben und idealisiert. So findet man im Laden auch viele Kleidungsstücke, die mit Spitze erotisch verhüllen und viel Haut durchblitzen lassen. Die mystische Frau des Gothic ist ein sexualisiertes und zugleich romantisch idealisiertes Wesen - sieht man sich zusätzlich dazu die Gemälde der Victoria-Frances-Kalender an, so ist sie auch oft ein leidendes.

Die Darstellung der Männer unterscheidet sich sehr davon, weil sie gar nicht stattfindet - jedenfalls nicht direkt. Man kann aber leicht erraten, dass all die grobschlächtigen Monster und Skelettfiguren in langen schwarzen Mänteln und mit düster makaberem Humor ein männliches Bild verkörpern, mit dem sich die Besucher des Ladens identifizieren können. Das "starke Geschlecht" wird verlockt von der Verheißung von Macht. Der skeletthafte Tod ist nicht hintergehbar, an ihm kommt keiner vorbei, er besitzt vollkommene Macht.

So reflektieren die Beziehungen, in die Frauen und Männer in den Skulpturen und Abbildungen eingebunden sind auch Dominanz- und Unterdrückungsverhältnisse. Diese sind jedoch nicht statisch. Auch die ästhetisch idealisierte Frau besitzt in ihrer Erhabenheit Machtpotentiale. Und auch der Tod ist paradoxerweise in seiner Allmacht beschränkt, weil er das Leben nicht einfach nehmen, sondern nur in das Leben nach dem Tod begleiten kann. Er bewundert und fürchtet die Wärme und Energie der Lebenden und lüftet die großen Geheimnisse der Welt und des Universums jenseits der Reichweite der Lebenden.Intellektuelle und körperliche männliche Macht ordnet sich dem Anmut der romantisch idealisierten Frau unter. Sie wiederum ist beeindruckt von intellektueller Schärfe und körperlicher Überlegenheit des Mannes. Ein Spannungsverhältnis entsteht, das ins Reale übertragen werden kann und damit ein Modell für Geschlechterrollen bereitstellt.

Ein weiterer Punkt fällt zum Geschlechterverhältnis noch ins Auge, nämlich der Umstand, dass Frauen zwar stereotyp aber naturalistisch dargestellt werden, der Mann aber in stark veränderter Form. Das lässt darauf schließen, dass es genauere Vorstellungen dafür gibt, wie eine Frau auszusehen hat, als es beim Mann, der Fall ist, bzw. dass das (ideale) Aussehen beim weiblichen Geschlecht wichtiger ist. Hier überschneiden sich Mainstream- und Subkultur in starkem Maße, die Festlegung bestimmter Vorstellungen vom weiblichen Körper werden in beiden Bereichen kultiviert. Macht das „Sex sells“-Marketing auch vor der Subkultur nicht halt?

Die Welt der fantastischen Geschichten ist aber besonders auch eine Welt des Spiels, der Flexibilität, dem Sich-Entziehen aus der ernsthaften gesellschaftlichen Realität. Die innerliche Abgrenzung von dieser mainstreamdurchtränkten Umgebung wird auch nach außen dargestellt um die eigene Position sichtbar zu machen. Als Ziel dessen könnte man die Provokation der normalen Mitmacher vermuten, vielleicht um deren Naivität und faule Einfachheit aufzuzeigen.

Die Symbolik der mystischen Welt ist eine Provokation auch an die Religionen und Machtstrebenden. So sehr sich die Besucher der mystischen Welt auch nach Geborgenheit und sicherem Halt in der realen Welt sehnen, so sehr verabscheuen sie religiöse Angebote, da sie sich deren geschichtlicher Gefährlichkeit bewusst sind. Für den moralischen Fall der christlichen Kirche wird diese abgelehnt und verspottet. Die Auseinandersetzung mit Religiösität, wie sie in der deutschen Kultur schon sehr lange betrieben wird, ist aber immer auch essentieller Teil der Subkultur.

Die mystische Welt bietet also genügend Material um Stellung zu beziehen, ein eigenes Profil nach draußen zu projizieren und sich bewusst offen gegenüber der Mehrheitsgesellschaft abzugrenzen. Diese Abwehr gegenüber der heutigen Zeit bedeutet auch eine Wertschätzung der Unverletzlichkeit der Privatsphäre gegenüber der Öffentlichkeit. Tod anstatt Leben; erotische Erhabenheit anstatt pornographischer Bedürfnisbefriedigung; feste ehrenhaft Werte anstatt wechselhafter Unloyalität. Dies sind die Grenzen, vor denen der Mainstream halt machen muss. So auch Gesellschaft und Staat. Es soll keine Lauschangriffe und Internetdurchsuchungen in der fantastischen Welt geben. Das Private ist heilig, genauso wie die eigenen Entscheidungen. Gothic bedeutet auch immer Autonomie und Selbstbestimmung als erstrebenswertes Gut. Die Werte sind damit politisch, weil sie gegen die Politik gerichtet sind.

Gothic kapituliert nicht in fantastischen Irrealitäten, es zeigt sich selbstbewusst nach außen in die für viele so vollkommene Welt. Damit bildet der Stil subkulturelle Freiräume, die Rebellion und Rückzugsort zugleich sind. Die mystische Welt ist eine überaus interessante, und der Mode-Tarzan hatte selten so viel geistigen Spaß wie in diesem Mystica-Laden, obwohl er nichts gekauft hat.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Frage

Warum gibt's nur 7 Gründe für's aber 26 Gründe gegen's Politisch-Sein?

Vorschau

Morgen, ein neuer Bericht des Mode-Tarzans!

7 Gründe für's Politisch-Sein:

1. Es liegt in der Verantwortung jeder/s Einzelnen die Welt zu einem besseren Ort* zu machen.

2. In der Demokratie hat man die Möglichkeit seine Stimme zu erheben, das sollte man dann auch tun.

3. Wenn politische Prozesse nicht im Sinne der Menschen eines Landes von statten gehen, dann muss man sich erheben.

4. Als Einzelperson kann man etwas bewirken, wenn andere Einzelpersonen dies auch denken und danach handeln.

5. Ich möchte nicht irgendwann denken, dass ich in die Geschichte hätte eingreifen können, es aber aus Faulheit nicht getan habe.

6. Ich will die wichtigen Fragen der Welt nicht allein den Politikern überlassen, weil ich mich nicht richtig durch sie vertreten fühle.

7. Ich merke, wie die Politik meiner Meinung nach nicht auf die Bedürfnisse der Menschen dieses Staates z.B. nach Bildung und sozialer Gleichstellung eingeht, bzw. diese ignoriert und abstreitet, solange nicht genügend Menschen dazu Stellung beziehen und diese Bedürfnisse in Forderungen umformulieren und offen aussprechen - das macht mich wütend und damit politisch.

Fehlt was? Dann auch hier bitte vervollständigen :-)

*Menschlichkeit, Toleranz, Akzeptanz, friedliche Konfliktkultur, begrenzte Macht für Machthabende

Mittwoch, 9. Dezember 2009

26 Gründe gegen's Politisch-Sein:

1. Das bringt doch alles nichts
2. Das sind doch alles linke Hippies
3. Wenn ich politisch bin muss ich auch gleich Veganer werden
4. Es reicht, wenn ich wählen gehe und eine Meinung habe
5. Ich find's Scheiße, was die Politiker machen!
6. Ich hab genug mit meinen eigenen Problemen zu tun.
7. Die Freunde, die politisch sind, halten sich für was Besseres.
8. Ist alles linke Propaganda.
9. Die beschweren sich einfach zu oft, ich finde nicht, dass soviel Schlimmes passiert.
10. Ich kann immer beide Seiten verstehen.
11. Was macht schon einer mehr oder weniger auf einer Demo?
12. Ich find die Forderungen auf Demos und von Streikenden und Besetzern unrealistisch.
13. Ganz generell vertrau ich schon darauf, dass da oben kein Mist gemacht wird.
14. Mich interessiert das alles nicht wirklich.
15. Ich glaube nicht, dass das alles was bewegen kann, dass ich was bewegen kann.
16. Ich hab auch gar keine Zeit für sowas.
17. Mit politischen Themen macht man sich doch nur unbeliebt.
18. Da wollen sich doch auch nur welche profilieren, die es sonst nicht können.
19. Ich stimme mit einigen Forderungen überein, aber nicht mit allen!
20. Die sind mir alle zu links.
21. Ich will nicht, dass Andere so über mich denken, wie ich über politisch Interessierte denke.
22. Die sind immer so ernst und verstehen keinen Spaß.
23. Ich muss mich auf die Uni konzentrieren.
24. Ich muss in meinem Leben nicht rebelliert haben, dafür war doch die Pubertät da.
25. Die haben doch alle auch keine richtigen Lösungen, oder?
26. Ich kenne mich überhaupt nicht aus mit den ganzen Politikern und den Themen, die können mir doch sonstwas erzählen.

Hab ich was vergessen? Wenn ja, bitte vervollständigen :-)

Mittwoch, 1. Juli 2009

Fotofoto



Also Leute, mir ist da ein Flyer ins Haus geflogen, auf meinem Scanner gelandet und hier auf den Blog gerutscht.

Ihr könnt euch ja mal die Fotos meiner Schwester ansehen (http://www.fotodesign-merdmann.de/), ich find sie echt toll! Also wenn ihr selbst mal welche machen lassen wollt, dann bleibt's doch bitte in der Familie ;-)

Sonntag, 21. Juni 2009

Gastbloggerin Franzi: Und noch ein neuer Frauenratgeber


Von "gaumenfreuden" über "meinschönergarten.de" bis "modeopfer 110" scheint die Frau von Heute neuestens gehört haben zu müssen! - laut BILD.
Und dafür lies sie mal eben ihre Mitarbeiterinnenschaft antanzen und fröhlich mit dem Popöchen wackeln, bzw., wenn schon etwas älter, in die Kaffeetasse schmunzeln und Kekse mampfen, um die 100 besten frauenadressen im Netz vorzustellen. Denn das ist es, worauf es im Grunde ankommt. Und weil das so wichtig ist, bin ich mehr als erleichtert, dass es wieder einen neuen Frauenratgeber gibt. Meine anfänglich zwar irritierenden, aber doch leicht positiven Erwartungen nun etwas mehr über lebenswichtige Bereiche, wie zum Beispiel Politik, Versicherungsschutz oder Wirtschaft zu erfahren, verflüchtigten sich im Nu. Tatsächlich scheine ich noch nicht genug innerhalb meiner ganz "natürlichen" Kompetenzbereiche zu "beherrschen", dessen sinnhafte Unmöglichkeit ja nun schon im Verb selbst zu erkennen ist... aber nur, wenn Frau auch Köpfchen hat. Und mit einem Mal werde ich müde. In meinem Köpfchen dreht es sich und plötzlich habe ich so eine Ahnung!
Dieses Gefühl macht mir Angst und so ich blicke schnell wieder zu den qualifizierten Geschlechtsgenossinnen ... tatsächlich... alles beruhigt sich... .

Danke BILD.

http://www.bild.de/BILD/digital/bams/2009/04/12/internet-fuer-frauen/die-besten-adressen.html

Donnerstag, 30. April 2009

Hatschi - Gesundheit




Schlechte Nachricht:
Die WHO geht von einer weltweiten Ausbreitung der Schweinegrippe aus und hat die Pandemiewarnstufe 5 ausgerufen. (ARD.de)

Gute Nachricht:
„Phase Fünf bedeutet, dass das neue Grippevirus in mindestens zwei Ländern einer Region von Mensch zu Mensch übertragen wird.“ (ZEIT.de), es bedeutet nicht, dass wir alle innerhalb der nächsten Wochen an einem fiesen Virus verrecken!

In Deutschland gab es wohl drei bestätigte Fälle, die Betroffenen befinden sich auf dem Weg der Besserung. Ein Problem gibt es erst, wenn das Virus flächendeckend ausbricht, da dann nicht genug Medikamente vorhanden sein könnten und ein Impfstoff, an dem bereits gearbeitet wird, erst in drei bis sechs Monaten hergestellt sein wird.

Wie man sich ARD zufolge schützen kann:

- Hände waschen,

- in Wegwerftaschentücher husten und

- lüften, da dies die Konzentration von möglichen Bakterien in Räumen verhindert und die Schleimhäute befeuchtet, da dies für die Abwehr von Krankheitserregern wichtig ist. Warum? Weil feuchtere Schleimhäute besser durchblutet sind und so mehr weiße Blutkörperchen an die Arbeit gehen können, die für die Immunabwehr im Körper zuständig sind.

- bei Grippesymptomen wie Fieber, Husten, Müdigkeit und Übelkeit sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Also, Sorge besteht, aber keine Panik!

Der Pandemieplan ist einzusehen auf:
http://www.tagesschau.de/inland/meldung133498.html

Sonntag, 29. März 2009

der 28. März 2009, Peter, Ich und John


Foto: http://www.flickr.com/photos/27246274@N07/3392095071/

Ich habe einen guten Freund von mir heute mit auf eine Demonstration geschleppt. Peter studiert Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, schläft gern lang und geht öfter mal auf Party. Geldsorgen hat er keine und politisch ist er kein bisschen.
Kurz gesagt, Peter hätte keinen Grund bei einer Demonstration mitzulaufen, die sich Kapitalismuskritik auf die Fahnen schreibt und mit zweifelhaft abstrakten Zielen und ohne konkrete politische Forderungen antritt.
Zum Ablauf: Ich hab Peter gegen Mittag angerufen und ihn geweckt, den alten Langschläfer.
Eigentlich wollte er sich einen ruhigen Samstag machen und endlich seine Arbeit für die Uni weiterschreiben, aber da er mir noch was schuldete musste er doch mitkommen.


Foto: http://www.flickr.com/photos/27246274@N07/3392914998/

Nach vier bis fünf Stunden war er wieder zuhause. Ich hatte ein leicht schlechtes Gewissen ihm gegenüber, weil er die Zeit nicht anders nutzen konnte und es ihm vielleicht nichts gebracht hat.
Schlussendlich habe ich ihn am selben Abend noch gefragt, ob es sich für ihn irgendwie gelohnt hat mitzukommen. Peter meinte, dass ich doch nur hören wolle, dass er jetzt immer mitkommt, weil alle seine Befürchtungen nicht zutreffen würden und Demos doch was brächten. Er meinte, er habe seine Meinung nicht geändert, das is alles für’n Arsch und bringt nichts.
Diese Antwort hatte ich befürchtet und wollte mich gerade damit abfinden und ihm anbieten es wieder gut zu machen, als er mir sagte, warum es sich für ihn doch ein wenig gelohnt hat:

1. Die Studenten vom Bildungsblock hatten coole Musik dabei (Justice "We are your friends")

2. Er hat herausgefunden, dass sich Linksradikale mittlerweile mit großen Sonnenbrillen vermummen und fand das cool

3. Er hat sich als Teil einer großen Gruppe gefühlt, obwohl alle total verschieden waren und ihn die andern teilweise auch angekotzt haben

4. Es hat ihm Spaß gemacht, mit ner für 1 euro erworbenen Trillerpfeife Demosprüche mitzupeiffen.

5. Er hat noch nie soviele Leute auf dem Neptunbrunnen am Alex rumklettern sehen.

6. Peter's Skypekumpel John in London meinte, er habe ihn in den Nachrichten gesehen, als es um die Demos in anderen europäischen Ländern ging und fand das cool, weil er dadurch weiß, dass er und all die Anderen in London mit ihrer Demo und ihren Forderungen, die gleichen wie in Berlin, nicht alleine dastehen.

7. und letztens: Die Situation am Gleisbett. Die Polizei bewachte mit scharfen Hunden ein Straßenbahngleisbett mit Kieselsteinen. Da die volle Straßenbreite von den Demonstranten ausgenutzt wurde befürchtete die Polizei, dass sich Leute Steine nehmen und diese schmeißen würden. Die Hunde bellten und schnappten nach dicht an ihnen vorbeilaufenden Demonstranten. Peter hat gesehen wie fast eine ältere Frau gebissen wurde. Dann sind alle stehengeblieben und haben solange gefordert, dass die Hunde ihren Maulkorb angelegt bekommen, bis die Polizisten nachgeben mussten. Es funktionierte, konkrete Probleme, konkrete Forderungen, konkrete Lösungen. Würden ganze Demos so laufen würde Peter öfter mitkommen, meinte er.


Foto: http://www.flickr.com/photos/27246274@N07/3392091371/

Im Großen und Ganzen hat der Tag nichts an Peters Einstellung geändert, aber er meinte solange er sich nicht selbst für Politik interessieren müsse, könnte ich ihm auch beim nächsten Mal bescheid sagen, wenn was ansteht und wenn er nichts Wichtigeres zu tun hat dann kommt er auch wieder mit, mit seiner Trillerpfeife.
Im Sommer wird es Bildungsstreiks an den Unis geben. Da sag ich Peter wieder bescheid. Hoffentlich hat er dann nicht alles schon wieder vergessen und ich muss drauf hoffen, dass er mir schon wieder was schuldet...

Mittwoch, 25. März 2009

10 Gründe für eine Tischbibliothek



1. Man muss nicht mehr aufstehen um sich ein Buch zu holen.

2. Es hilft gegen Langeweile, weil man die Bücher
- alphabetisch,
- der Größe nach
- nach Erscheinungsjahr
- nach Seitenzahl
oder sonst wie ordnen kann

3. Man hat einen besseren Überblick über die Bücher, die man in der Tischbibliothek hat.

4. Die Tischbibliothek ist so einfach zu handhaben, dass man sich nicht mehr von der Arbeit ablenken muss, weil jeglicher anderer Umgang mit Büchern so umständlich ist.

5. Man stellt sich endlich die Frage, warum manche Buchrücken so beschriftet sind, dass man den Kopf nach links neigen muss und andere so, dass man den Kopf nach rechts neigen muss.

6. Man stellt sich endlich die Frage, ob nur Menschen mit merkwürdigen Namen Bücher schreiben.

7. Es macht Spaß ein Buch aus der Tischbibliothek zu nehmen und es wieder hineinzustellen.

8. Man bekommt ein „Ich bin richtig am Arbeiten“-Gefühl

9. Man übt die kreative Nutzung von herkömmlichen Schreibtischgegenständen als Buchstützen.

10. Man merkt, dass man gar nicht 10 Gründe braucht um die Tischbibliothek toll zu finden, Grund Nummer 1, 7 und 8 reichen vollkommen aus.